Angela Merkel mit Deutschem Medienpreis ausgezeichnet
Bundeskanzlerin Angela Merkel erhielt am Dienstagabend in Baden-Baden den Deutschen Medienpreis 2009. Opernstar Anna Netrebko sagte in ihrer kurzen Laudatio, sie bewundere Merkels "Intelligenz, ihre Sensibilität und auch ihre Diplomatie". Die Kanzlerin sei eine "wunderbare Frau und eine starke Politikerin". Sie opfere ihre persönlichen Überzeugungen nicht zugunsten von Kompromissen. Zudem sei sie eine "leidenschaftliche Unterstützerin der Kunst". Anschließend sang die Laudatorin für die Regierungschefin und die rund 150 geladenen Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft das Lied "Cäcilie" von Richard Strauss.
Die Bundeskanzlerin wurde mit dem Preis für ihren "konsequenten Einsatz für Menschenrechte, für die Wahrung der Schöpfung und eine freiheitliche Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung" ausgezeichnet. Eine Jury aus führenden Chefredakteuren hatte sie ausgewählt. "Die Würde und die Rechte des Individuums leiten Angela Merkel bei ihren politischen Entscheidungen, die geprägt sind von Berechenbarkeit und Verlässlichkeit", hieß es. In der Außenpolitik verfolge sie "einen Kurs, der die Partnerschaft in den Vordergrund stellt, ohne dass sie die manchmal notwendige Konfrontation scheut".
US-Außenministerin Hillary Clinton übermittelte Merkel ihre persönlichen Glückwünsche per Video-Botschaft. Sie dankte der Kanzlerin für die Inspiration, die sie den Menschen überall auf der Welt immer wieder gebe. Der Preis sei eine "große Ehre". Clinton hatte den Medienpreis im Jahr 2004 erhalten. Damals hatte Merkel die Laudatio gehalten.
Zu Beginn ihrer Rede bedankte sich die Bundeskanzlerin auf russisch bei Anna Netrebko. Zugleich dankte sie den Juroren dafür, dass sie sich in ihrer Würdigung auf die "Freiheitsordnung" konzentriert hätten, die tatsächlich zu den Wurzeln ihres Lebens und ihrer Biografie gehöre. Ausdrücklich dankte die Regierungschefin auch den Medien: Für die Menschen in der früheren DDR sei es so unglaublich wichtig gewesen, dass über jedes Schicksal berichtet worden sei. Mit Blick auf China und den Iran rief die Kanzlerin dazu auf, weiter für die Freiheit zu kämpfen. Es sei wichtig, "dass wir nicht nachlassen, nicht aufgeben, nicht vergessen".
Der undotierte Preis in Form einer Skulptur wurde von dem Medienunternehmer Karlheinz Kögel gestiftet. Seit 1992 werden Persönlichkeiten geehrt, die Gesellschaft oder Politik wesentlich geprägt haben. Zu den Preisträgern der letzten Jahre gehören Helmut Kohl, Nelson Mandela, François Mitterrand, Jassir Arafat, Yitzhak Rabin, Kofi Annan, König Juan Carlos von Spanien und Hillary Clinton. Im letzten Jahr wurde der Dalai Lama geehrt.
- Die Rede von Bundeskanzlerin Merkel im Wortlaut. (PDF, 30,12KB)
