Angela Merkel auf "Energiereise" durch Deutschland
Wie sieht die Energieversorgung der Zukunft aus? Und welche Rolle spielen dabei die erneuerbaren Energien? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt einer "Energiereise", zu der Bundeskanzlerin Angela Merkel am vergangenen Mittwoch gestartet ist.
Bei Terminen in ganz Deutschland verschafft sich die CDU-Vorsitzende einen Überblick über die verschiedenen Arten der Energiegewinnung. Darin informiert sie sich unter anderem in Gesprächen mit Fachleuten über Chancen und Perspektiven der innovativen Technologien aus Deutschland auf den internationalen Märkten, aktuelle Entwicklungen für mehr Energieeffizienz sowie die Bedeutung der Energiewirtschaft für die regionale Entwicklung. Der erste Tag ihrer Reise stand ganz im Zeichen der Windenergie. Erste Station war der Windpark Ravensberg/Krempin in Mecklenburg-Vorpommern, anschließend besuchte sie den Windradhersteller Nordex SE in Rostock. "Windkraft ist die wichtigste unter den erneuerbaren Energiequellen", unterstrich die Bundeskanzlerin. Am Donnerstag besuchte sie die Europäische Energiebörse in Leipzig, um sich über den Handel mit CO2-Zertifikaten zu informieren. Mit Blick auf die Bedeutung der Energiebörse, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum feiert, betonte Merkel, hier werde Energiegeschichte geschrieben. "Das ist ein Schritt zu mehr Wettbewerb."
Angesichts der aktuellen Diskussionen um die Zukunft der Kernenergie betonte die Bundeskanzlerin erneut deren Bedeutung als "Brückentechnologie". Zwar baue man "Stück für Stück" den Anteil der regenerativen Energien an der Gesamtversorgung aus, brauche "aber vorerst auch die herkömmlichen Formen weiter", bekräftigte Angela Merkel. "Noch brauchen wir natürlich Brücken, sowohl bei der Kernenergie als auch bei Kohle und Gas."
In der kommenden Woche setzt die Bundeskanzlerin ihre "Energiereise" im niedersächsischen Lingen fort, wo sie das örtliche Kernkraftwerk sowie ein Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk besucht. Des Weiteren steht der Besuch einer Bioenergie-Heizkraftanlage in Emsbüren, eines Kohlekraftwerksneubau in Lünen und eines Wasserkraftwerksneubau in Rheinfelden auf dem Programm. Den Abschluss der Tour bildet die Besichtigung eines "Plus-Energiehauses". Das Plus-Energie-Haus ist ein transportabler, vollfunktionstüchtiger Leichtbau, der mehr Energie erzeugt, als es verbraucht. Für diese innovative Entwicklung wurde ein Studententeam der Universität Darmstadt im vergangenen Jahr mit dem ersten Platz des Wettbewerbes "Solar Decathlon" ausgezeichnet.
