Hochtechnologie als Aushängeschild der deutschen Wirtschaft
Mit einem Rundgang von Bundeskanzlerin Merkel öffnet am Dienstag die 25. Computermesse CeBIT in Hannover ihre Tore. Die Regierungschefin wollte unter anderem die Stände der Deutschen Telekom und des Konkurrenten Vodafone besuchen. Im Mittelpunkt der weltgrößten Hightech-Messe steht das Zusammenwachsen der verschiedenen Anwendungsformen des Internets unter der Überschrift „Connected Worlds“ (auf Deutsch: vernetzte Welten).
Auf der Eröffnungsfeier sagte die Kanzlerin am Montagabend, sie werde sich dafür einsetzen, dass die CeBIT die weltweit führende Messe der IT-Industrie bleibe. Zugleich kündigte Merkel an, dass die Bundesregierung ihre Internetpolitik künftig besser koordinieren werde. Bis zum Sommer solle es eine digitale Strategie geben. Dabei setze die Politik auf eine enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. Die Kanzlerin forderte, Hochtechnologie müsse das „Aushängeschild“ der deutschen Wirtschaft werden.
Die Regierungschefin sagte weiter, die Informations- und Kommunikationstechnologie (ITK) sei „einer der ganz wesentlichen Treiber der Globalisierung und auch des Fortschrittes“. Deshalb wolle die Koalition die Forschung künftig steuerlich fördern. Dies werde auch der ITK-Branche zu Gute kommen. „Wir wissen, dass wir damit einen Wettbewerbsfaktor verbessern würden“, sagte Merkel. In diesem Zusammenhang räumte sie ein, dass es „inzwischen zu einem Standortnachteil“ geworden sei, dass Forschung in Deutschland im Gegensatz zu einigen Nachbarländern noch nicht in diesem Maße gefördert werde.
Vorstöße der Wirtschaft nach einem Internetminister in der Bundesregierung lehnte sie jedoch ab. „Ich glaube nicht, dass die Wirksamkeit eines solchen IT-Minsters die Lösung ist“, sagte Merkel. Die Zuständigkeit sei beim federführenden Wirtschaftministerium gut aufgehoben. Der Präsident des Branchenverbands Bitkom, August-Wilhelm Scheer, hatte die Einsetzung eines Staatsministers angeregt, um die vielen einzelnen Aktivitäten in dem Bereich zu bündeln.
Bis einschließlich Samstag präsentieren auf dem Messegelände 4157 Unternehmen aus 68 Ländern ihre Neuheiten. Das sind 135 weniger Aussteller als im vergangenen Jahr. Aber knapp 300 Unternehmen, darunter der Internetkonzern Google und der US-Internetdienstleister Amazon Webservices, beteiligen sich nach Veranstalterangaben erstmals an der Messe. Mehr als 100 Unternehmen sind nach einer CeBIT-Pause zurückgekehrt, darunter Firmen wie AMD, Motorola, Sony Ericsson und Telefonica. Die IT-Branche erhofft sich von der Messe Impulse. Im vergangenen Jahr war ihr Umsatz in Deutschland um 4,3 Prozent auf 139,5 Milliarden Euro zurückgegangen. Im laufenden Jahr erwartet der Branchenverband Bitkom eine Stabilisierung auf 139,6 Milliarden Euro.
