"Parents Circle ist Zeichen der Hoffnung"
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich am Montag bei einer Preisverleihung der Senioren-Union für den Wiederaufbau von Schulen im Gazastreifen mit UN-Hilfen ausgesprochen. Zugleich müsse weiterhin jede Waffenlieferung in die Region unterbunden werden. Anlass der Rede der CDU-Vorsitzenden war die Auszeichnung der Palästinenserin Nasra Shehab und des Israelis Aharon Hirshenson von der Organisation "Parents Circle", die sich für Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern einsetzen.
Als "stille Helden der Gegenwart" bezeichnete Bundeskanzlerin Angela Merkel die Preisträger der "Goldenen Medaille für Verdienste um Versöhnung und Verständigung unter den Völkern" der Senioren-Union, deren eigene Kinder dem Nahost-Konflikt zum Opfer fielen. Ihr Einsatz sei vorbildlich und werde "hoffentlich dazu beitragen, dass es bald zu einem friedlichen Ausgleich kommt". In diesem Zusammenhang betonte Merkel erneut die "besondere Verantwortung" Deutschlands gegenüber Israel. "Nach allem was geschehen ist, gehört das Lebensrecht Israels zur deutschen Staatsraison. Frau Nasra Mustafa Khalil Shehab und Herr Roni Hirshenson, Sie haben meine ganze Bewunderung für Ihr Engagement", sagte Merkel.
Darüber hinaus hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Rede den Wiederaufbau von Schulen im Gazastreifen mit UN-Hilfe gefordert. "Ich begrüße die Auflockerung der Gazablockade zur Einführung von Gütern für nicht militärische Projekte unter internationaler Aufsicht", sagte Merkel. Dies mache humanitäre Hilfe der UN und den Aufbau der Schulen nun wieder möglich. Klar sei aber auch, dass die legitimen Sicherheitsinteressen Israels gewahrt bleiben müssten. Genauso trete Deutschland aber für einen lebensfähigen palästinensischen Staat ein. Die Bundesregierung werde sich mit aller Kraft für eine Lösung des Nahost-Konflikts einsetzen, versicherte die Kanzlerin. Ziel bleibe eine Zwei-Staaten-Lösung.
Zugleich betonte Merkel, dass jede Waffenlieferung in den Gazastreifen unterbunden werden müsse. Erneut wandte sich Merkel gegen eine nukleare Bewaffnung des Iran. Sie begrüßte die Resolution des UN-Sicherheitsrates, weil sich die beschlossenen Sanktionen nicht gegen die iranische Zivilbevölkerung, sondern gegen die staatlichen Träger des Atomprogramms richteten.
Nach Ansicht des Bundesvorsitzenden der Senioren-Union der CDU Deutschlands, Otto Wulff, ist das Engagement zahlreicher israelischer und palästinensischer Familien in der Selbsthilfe-Organisation "Parents Circle" ein Zeichen, dass "die Hoffnung auf Frieden und Versöhnung" im Nahen Osten nicht vergeblich zu sein brauche. "Wahrer Frieden" könne nur "in Freiheit bestehen und überleben". Die beiden Preisträger hätten sich "für Dialog, Gewaltlosigkeit und Toleranz als Voraussetzung für den Frieden zwischen Israel und Palästina" entschieden. Dies verdiene weltweit Anerkennung und Unterstützung.
Im 1995 gegründeten "Parents Circle" haben sich israelische und palästinensische Familien zusammengeschlossen, die durch die Gewalt zwischen ihren Völkern ein Kind oder einen anderen nahen Familienangehörigen verloren haben. Gemeinsam wollen sie ihre Botschaft der Toleranz, der Gewaltlosigkeit und des Friedens verbreiten. Die betroffenen palästinensischen und israelischen Familien treffen sich regelmäßig und sind besonders aktiv im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit. Sie engagieren sich in Schulen und in Seminararbeit für den Frieden und die Aussöhnung.
