"Der Euro steht für die europäische Idee"
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nachdrücklich dazu aufgerufen, die gemeinsame europäische Währung zu verteidigen. Der Euro stehe für die europäische Idee, sagte Merkel bei der Verleihung des Karlspreises an den polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk am Donnerstag in Aachen. Die jüngsten Probleme um den Euro seien die bislang "größte Bewährungsprobe", die Europa seit 1990, womöglich noch seit viel längerer Zeit, zu bestehen habe.
"Diese Bewährungsprobe ist existenziell", sagte Merkel wörtlich. Sie müsse bestanden werden. Gelinge das nicht, seien die Folgen unabsehbar. Die Rettung des Euro sei so entscheidend, weil alle spürten: "Scheitert der Euro, dann scheitert nicht nur das Geld, dann scheitert mehr, dann scheitert Europa, dann scheitert die Idee der europäischen Einigung."
Die Regierungen hätten den Bürgern Stabilität des Euro und der Preise versprochen. "Dieses Versprechen müssen wir einhalten", sagte Merkel. Zugleich wies die Bundeskanzlerin auf die positiven Folgen einer gemeinsamen Anstrengung hin: Wenn die EU die Krise meistere, "dann wird Europa stärker sein als zuvor". Merkel forderte außerdem, dass die EU aus der Schuldenkrise auch "vertragliche Konsequenzen" ziehen müsse und über die wirtschaftliche Zusammenarbeit hinaus enger zusammenzurücken sollte. "Wir haben eine gemeinsame Währung, aber wir haben keine gemeinsame wirtschaftliche und politische Union", sagte Merkel. Diesen Umstand gelte es zu ändern. Das Ziel sei eine stärkere Kooperation in den Bereichen der Wirtschafts- und Finanzpolitik, aber auch in anderen Politikbereichen.
Die Kanzlerin würdigte in ihrer Laudatio zur Verleihung des Karlspreises den Preisträger Donald Tusk als einen überzeugten und überzeugenden Europäer sowie einen Schrittmacher für die europäische Integration. Tusk setze auf ein "klares Bekenntnis zu Toleranz und Vielfalt" sowie das Prinzip "Kooperation statt Konfrontation", betonte die Bundeskanzlerin, die selbst vor zwei Jahren mit dem Karlspreis ausgezeichnet worden war. Dem polnischen Regierungschef wurde der Karlspreis wegen seiner Verdienste für die europäische Einigung und vor allem für seinen Einsatz bei der Zustimmung Polens zum Lissaboner EU-Vertrag zuerkannt.
- Flugblatt: "Unsere Währung schützen - Entschlossen handeln" (PDF, 17,58KB)
