US-Präsident Barack Obama, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy
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USA-Reise / 03.11.09 / CDU

Merkel dankt den USA für ihren Beitrag zur Deutschen Einheit

Bundeskanzlerin Angela Merkel, US-Vize-Präsident Joseph Gröhe, Sprecherin des US-Repräsentantenhauses Nancy Pelosi Foto: reuters

In einer historischen Rede vor beiden Häusern des amerikanischen Kongresses dankte Bundeskanzlerin Angela Merkel dem amerikanischen Volk für seinen Beitrag zur Deutschen Einheit. "Niemals werden wir - werde ich ganz persönlich - Ihnen das vergessen", sagte die Kanzlerin am Dienstag in Washington. Die Regierungschefin erinnerte an die Berliner Luftbrücke 1948 bis 1949 sowie an die Unterstützung der Präsidenten John F. Kennedy und Ronald Reagan für Deutschland. Vor allem aber dankte sie Präsident George Bush sen., der dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl vertraut und Deutschland bereits im Mai 1989 "partnership in leadership" angeboten habe.

In sehr persönlichen Worten sprach die Kanzlerin vom Mauerfall am 9. November 1989. Hinter Stacheldraht und Schießbefehl sei das Land der unbegrenzten Möglichkeiten für sie lange Jahre das Land der unerreichbaren Möglichkeiten gewesen. Unvergessen sei der erste Blick auf den Pazifischen Ozean, den sie bei ihrer ersten USA-Reise gemeinsam mit ihrem Ehemann Joachim Sauer habe werfen können. Der 9. November stehe aber auch für die Pogromnacht 1938 und den Beginn der systematischen Ermordung der jüdischen Mitbürger.

Bewährungsproben unserer Zeit bestehen

Wer den Fall der Mauer vor 20 Jahren und die Kraft der Freiheit erlebt habe, wer einmal so positiv überrascht worden sei, halte vieles für möglich, sagte die Kanzlerin weiter. Auch im 21. Jahrhundert könnten Amerika und Europa gemeinsam die Bewährungsproben unserer Zeit bestehen und die Mauern von heute einreißen. Die gemeinsamen Grundwerte, die Amerika und Europa verbinden würden, ihre Fähigkeit zur Toleranz, bedeuteten jedoch nicht Beliebigkeit, stellte die Kanzlerin klar: Es gebe „Null Toleranz für Massenvernichtungswaffen in den Händen des Iran“. In den starken Applaus des Kongresses fügte sie hinzu: „Eine Atombombe in der Hand des iranischen Präsidenten, der den Holocaust leugnet, Israel droht und das Existenzrecht abspricht, darf es nicht geben“. Deshalb trete die freie Welt dieser Bedrohung entgegen, notfalls mit harten wirtschaftlichen Sanktionen“.

Mit Blick auf den UN-Klimagipfel in Kopenhagen mahnte die Bundeskanzlerin die Abgeordneten und Senatoren, keine Zeit mehr zu verlieren. Wichtig sei die Verständigung auf das Ziel: „Die globale Erwärmung darf zwei Grad Celsius nicht überschreiten“. Dafür müssten die Länder bereit sein, „international verbindliche Verpflichtungen zu übernehmen“. Wenn Europa und die USA dazu bereit seien, könnten auch China und Indien überzeugt werden. Die Welt könne es sich nicht leisten, „beim Klimaschutz von den wissenschaftlich gebotenen Zielen abzuweichen“, unterstrich Merkel. Dies sei nicht nur ökologisch unverantwortlich, sondern auch technologisch kurzsichtig. Denn die Entwicklung von neuen Technologien biete auch Chancen auf Wachstum und Arbeitsplätze.

Standing ovations für die deutsche Bundeskanzlerin

Während der Rede der Bundeskanzlerin erhoben sich die Senatoren und Abgeordneten immer wieder zu Standing ovations von ihren Plätzen. Angela Merkel ist erst der zweite deutsche Regierungschef, der vor dem Kongress sprechen durfte: Zuletzt hatte Konrad Adenauer 1957 in gesonderten Reden vor Repräsentantenhaus und Senat gesprochen. Begleitet wurde die Kanzlerin unter anderem vom stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Arnold Vaatz, und vom US-Historiker Fritz Stern, der als Kind mit seiner Familie vor den Nazis hatte fliehen müssen.

Obama würdigt Merkel als „außerordentliche Führungspersönlichkeit"

Zuvor hatte US-Präsident Barack Obama die Bundeskanzlerin zu einem Gespräch im Weißen Haus empfangen. Merkel sei eine „außerordentliche Führungspersönlichkeit“, sagte Obama zu Beginn des Treffens. „Überall in der Welt beginnt man anzuerkennen, wie wichtig es ist, angesichts der möglichen Katastrophe zusammenzuarbeiten, die droht, wenn die globale Klimaerwärmung nicht bekämpft wird“, mahnte der US-Präsident.

Deutschland sei ein „außerordentlich starker Verbündeter bei vielen internationalen Fragen“ und ein „außerordentlich starker Stützpfeiler der transatlantischen Beziehungen“, versicherte Obama. Deutschland habe viel dazu beigetragen, dass die Afghanen selbst mehr Verantwortung für ihre Sicherheit übernehmen könnten. Sein Land wisse um das Opfer, das deutsche Soldaten in Afghanistan brächten, fügte er hinzu.

Mehr zum Thema

  • Die Rede von Bundeskanzlerin Merkel im Wortlaut. (PDF, 92,83KB)
  • Video-Podcast von Bundeskanzlerin Merkel zur USA-Reise.

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